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 Die bezahlbare Energiewende ist dezentral umsetzbar
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 Energiesparverordnungen (EnEV), Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) oder neue Stromtrassen von der Nordsee gen Süden - im öffentlich-medialen Eindruck reduziert sich die Energiewende oft auf ein typisches Teilstück Berliner Politik.

Viele übersehen, dass politische Leitvorgaben und Anlauf-Subventionen auch in den kommenden Jahren immer weiter an Bedeutung verlieren werden.


Von Kohle, Erdöl und Erdgas müssen wir nicht nur wegen dem nahenden Klimadesaster weg. Die Gewinnung wird zudem immer teurer und gefährlicher - betrachten wir nur die Stichworte Fracking, Deepwater Horizon, oder die ökologische Katastrophe mit den Ölsanden im Norden Kanadas. Nicht zu vergessen, wie viele Öl-Milliarden direkt und indirekt zur Finanzierung von Unterdrückung, Krieg und Terror dienen. Die Energiewende nicht zügig voran zu bringen ist damit ökologisch, politisch und wirtschaftlich unbezahlbar.

Immer mehr dezentrale Lösungen
- immer mehr Eigenverantwortung


Betrachten wir die Energiewende "von unten", als Aufgabe für jeden Bürger, Häuslebauer, Unternehmer, eben für jeden der Energie benötigt oder für deren Verwendung Verantwortung hat.

Bauen und sanieren wir Gebäude nach den Maßstäben, was heute und in den kommenden Jahren möglich ist - eben nicht nur nach dem verpflichtenden Mindeststandard.

Heizöl ist dabei für Heizungsneugeräte keine Option mehr, es ist zu wertvoll für die Verbrennung. Für Dieselaggregate und Motoren (Schiffe, LKW, Hybrid-PKW) können wir das notwendige Minimum besser einsetzen.

Effiziente Gasthermen bleiben ein Thema, weil wir diese auch mit Biogas und regenerativ gewonnenem Methan betreiben können. Bei dem Power-to-Gas-Verfahren (P2G) handelt es sich um ein Speicherverfahren. Dabei wird aus überschüssigem Sonnen- sowie Windstrom zunächst per Elektrolyse Wasserstoff erzeugt und dieser in einem zweiten Schritt zusammen mit Kohlendioxid methanisiert. Das so entstandene Methan bzw. synthetische Erdgas lässt sich über Monate verlustfrei im Erdgasnetz speichern.

Was gut und wärmebrückenfrei gedämmte Gebäude - möglichst nah am Passivhaus-Standard - dann noch an Restwärme benötigen, können wir mit effizienten Wärmepumpen und Solarthermie abdecken. Für die sehr kalten Winterwochen können wir zudem das natürliche Potential aus Brennholz, Pellets oder Holzhackschnitzeln als individuelle Kaltreserve nutzen.

Beim Stromsparen gibt es noch viele Potentiale zum Erschließen: Das bereits sparsame LED-Licht ist allein in den letzten zwei Jahren nochmals um ca. 20 % effizienter geworden. Hocheffiziente Elektroantriebe mit intelligenten Steuerungen brauchen nur einen Bruchteil an Energie, nutzbar für Millionen von Pumpen und Motoren. Allein diese Beispiele reichen, um mehrere Atom- und/oder Kohlekraftwerke ersatzlos stillzulegen.

Unsere Mobilität können wir zu einem guten Teil emissionsfrei elektrisch ausrichten: Seit 2012 habe ich ein E-Bike, 2014 ist ein VW e-UP dazu gekommen. Konventionelle Autos mit Verbrennungsmotor werden wir nicht mehr anschaffen. An der heimischen Steckdose tanken wir Strom aus Wasserkraft. Jeden Monat kommen neue E- und Hybrid-Fahrzeuge auf den Markt, die sich die meisten bei uns in der Anschaffung leisten können, zumal man im Alltag bei Verbrauch und Wartung massiv spart.

Dezentrale Grundlastfähigkeit
durch wirtschaftliche Energiespeicher


Die fehlende Grundlastfähigkeit regenerativer Energien war bisher das wichtigste Argument der bremsenden Lobby konventioneller Energieanbieter. Technisch ist das Thema gelöst, es muss nur noch in breiter Anwendung umgesetzt werden. Sonnen- und Windkraft per P2G als Gas nutzbar zu machen, ist das eine, selbst Energie zu speichern das andere Bein auf dem wir stehen können. Mit Pufferspeichern können wir bereits gut Wärme bevorraten. Strom selbst zu speichern war bisher zu teuer. Hierfür ist aber z. B. seit 2015 die Innovation "Pacadu" der Firma ASD (siehe Online-Bericht hierzu) auf den Markt. Solarstrom vom eigenen Dach, inkl. eigenem Speicher und Steuerung wird dann billiger als Strom aus der Steckdose. Je nach Auslegung und z. B. ergänzt durch eine KWK-Anlage kann man ganze Gebäude oder Betriebe weitgehend oder komplett unabhängig vom Stromnetz versorgen - wirtschaftlich!
   
  
 
 
 
 
 
 
 
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Solardach mit integrierten Dachfenstern macht architektonisch ansprechende Dächer zur Basis für die eigene Energieversorgung. Zusammen mit Speicherakkus selbst für netzautarke Gebäude.
 
 
 
 
 
 
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Grundlage jedes energieeffizienten Gebäudes ist die umfassende, wärmebrückenfreie Dämmung. Hier gezeigt am Beispiel der Hochleistungsdämmplatten Delta-Maxx Polar. (Bild: Dörken)
 
 
 
 
 
 
 
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Ersetzen wir Millionen konventioneller Pumpen - von der Heizungspumpe im Wohnhaus (hier das Beispiel Alpha2) bis zur gewerblichen Großpumpe - durch Hocheffizienzpumpen, können mehrere Atom- und/oder Kohlekraftwerke ersatzlos stillgelegt werden.
(Bild: Grundfos)
 
 
 
 
 
 
 
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Der e-Up unserer Redaktion, hier beim Laden an einem VW-Autohaus in Kassel, wird daheim an der Steckdose mit Strom aus Wasserkraft "betankt". (Bild: Edition Professionell)
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 Zwei Jahrzehnte für die Umsetzung
     
   
   
 Beim Klimawandel und der Energiewende werden Ziele teils in ferne Zukunft definiert, z. B. bis zum Jahr 2050. Wer es ernst meint, kann vieles aber problemlos binnen 10-20 Jahren umsetzen.

Bestandsgebäude, die nicht gerade nach letzter EnEV gebaut oder in den letzten Jahren energetisch saniert wurden, stehen ohnehin mittelfristig zur Renovation oder Sanierung an. Warum sollte es also z. B. 2030 noch Gebäude geben, die nicht zeitgerecht gedämmt und mit zukunftsfähiger Energieversorgung ausgestattet sind?

Fahrzeuge, Motoren, Pumpen, technische Systeme, ganze Industrieanlagen - was regelmäßig genutzt wird, wird binnen 10-20 Jahren weitgehend durch Ersatzbeschaffung oder Modernisierung wirtschaftlich nutzbar gehalten - kann also im Sinne der Energiewende auf die Höhe der Zeit gebracht werden.

Fazit: Denken wir ökologisch wie ökonomisch langfristig und handeln wir umgehend systematisch bei jeder kleinen und großen Investition, dann bekommt das Ganze eine Eigendynamik, mit der wir nicht nur die Klimaziele schneller erreichen als es in selten verbindlichen Weltkonferenzen debattiert wird.

Und was uns gelingt, wirtschaftlich mit steigender Effizienz, wird nachgemacht, erst in engagierten einzelnen Ländern, dann z. B. in der ganzen EU und final in allen relevanten Ländern weltweit. Als Hightech-Exportland können wir uns auf diese globale Aufgabe freuen.

Rolf Albrecht
   
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Stiebel Eltron konzeptioniert ganzheitliche Lösungen für die effiziente Stromnutzung, vom Solarmodul über Wärmepumpen, thermische Speicher, Stromspeicher und die Steuerung aller Komponenten.
(Bild: Stiebel Eltron)
   
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