| | Gestiegene Baukosten und höhere Finanzierungskosten sind ein wesentlicher Grund für das stagnierende Baugeschehen. Umso mehr wird im Geschosswohnungsbau um die optimierte, vermarktbare Wohnfläche gerungen.
Viega unterstützt dieses wirtschaftliche Bauen durch geprüften Systemlösungen für Leitungsdurchführungen durch Trennwände und Decken mit definierter Feuerwiderstandsklasse. Damit sind sogar Gemischtbelegungen z. B. von Schächten im Nullabstand möglich. Das spart je nach Ausstattung mehr als 35 % Bauraum.
Lösungsansätze wie das „einfache Bauen“ (Gebäudetyp E) sind jedoch da begrenzt, wo elementare Schutzziele – besonders der Brandschutz – berührt werden. Genau hier setzt Viega mit der abnahmesicheren, raumsparenden Belegung von Wand- und Deckendurchführungen mit definierter Feuerwiderstandsklasse F 30 bis F 120 bzw. (R)EI30 bis (R)EI90 an. Denn besonders Schachtkonstruktionen beanspruchen aufgrund der zunehmenden Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) einerseits immer mehr Raum. Andererseits stellt deren geschossübergreifende Belegung mit unterschiedlichsten Rohrleitungs- und Elektroinstallationen ein signifikantes Gefährdungspotenzial dar.
Alle gängigen Installationsvarianten abgedeckt
Wie Leitungsdurchführungen durch Wände und Decken mit definierter Feuerwiderstandsklasse zu erstellen sind, ist in der Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Lüftungsanlagen (Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie – M-LüAR) und in der Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie – MLAR) geregelt. Letztendlich verantwortlich für die Einhaltung dieser und der daraus abgeleiteten Regeln und Normen ist immer der ausführende Fachhandwerker, da er eine fachgerechte und mängelfreie Leistung abzuliefern hat. Alternativ muss er einen entsprechenden Nachweis zur Gleichwertigkeit bei der Erreichung des Schutzziels führen.
Viega erleichtert diese Verantwortungsübernahme, speziell bei Gemischtbelegungen im Nullabstand, durch mehrere Anwendbarkeitsnachweise, die die gängigsten Varianten von Mischinstallationen in der Baupraxis abdecken. In der allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG) Z-19.53-2258 „Viega Mischinstallation Versorgung“ sind beispielsweise alle metallenen Pressverbindersysteme von Viega bis zu einem Außendurchmesser von 54 mm als Strangrohrleitung zugelassen bzw. wie auch größere Durchmesser positiv geprüft. Eine entsprechende Aufnahme in die aBG ist beantragt.
In Kombination zu diesen metallenen Pressverbindersystemen sind die Raxofix-Kunststoffrohre als Stockwerksverteilung bis zum Außendurchmesser 32 mm zugelassen. Dadurch besteht für Installateure eine große Flexibilität bei Mischinstallationen, die gerade bei Arbeiten im Bestand besonders wertvoll ist. Zu dämmen ist gemäß aBG einfach mit der Mineralwollschale Rockwool 800, Dämmdicke ≥ 20 mm.
Diese aBG sind von entscheidender Wichtigkeit, weil Mischinstallationen – also ein Materialwechsel von nichtbrennbar auf brennbar – generell von den allgemein anerkannten Prüfverfahren abweichen, die ansonsten auf abnahmegerechte Bauarten angewandt werden. Für die genügt üblicherweise ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP).
Flexibles Brandschutzband für Entwässerungsleitungen
Über die Versorgungsleitungen hinaus bietet Viega mit dem flexiblen Brandschutzband Typ F für brennbare Entwässerungsleitungen in Deckendurchführungen ebenfalls eine durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) zertifizierte Brandschutzlösung, die besonders leicht anzuwenden ist. Das Brandschutzband mit Allgemeiner Bauartgenehmigung (aBG; Z-19.53-2714) wird lediglich um das abzuschottende Kunststoffrohr gewickelt. Im Brandfall verschließt die intumeszierende Masse der Viega Brandschutzlösung die Deckendurchführung feuerbeständig, also für 90 Minuten.
Wanddurchführungen frühzeitig klären
Besonderer Aufmerksamkeit bedürfen beim Brandschutz Wanddurchführungen mit definierter Feuerwiderstandsklasse. Denn hier ist zum einen die Frage zu klären, ob die verwendeten Abschottungssysteme über die notwendigen Zulassungen für die geplante Trennwand (Stärke und Art, also Massiv, leichte Trennwand oder Holz) verfügen. Eine frühzeitige Abstimmung in der Entwurfsphase verhindert spätere Umplanungen und Kostensteigerungen. Zum anderen müssen viele Abschottungsprodukte im Trockenbau speziell ausgelaibt werden, um die Abschottung zulassungskonform einbauen zu können. Das kann Zeitverluste und höhere Kosten verursachen. Viega hat vor diesem Hintergrund erfolgreiche Nachweise erbracht, wie Rohrleitungen ohne diese Zusatzarbeiten abnahmesicher durch Trockenbauwände geführt werden dürfen.
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Die hohe Bedeutung des Brandschutzsystems für abnahmesichere Installationen bei Leitungsdurchführungen durch Decken mit definierter Feuerwiderstandsklasse zeigt dieses Praxisbeispiel. Die brennbare Entwässerungsleitung ist mit dem flexiblen Brandschutzband Typ F abgeschottet. Wie viel Fläche – über 35 % – durch Schachtbelegungen auf Nullabstand eingespart werden kann, verdeutlich eine direkte Gegenüberstellung: Die Belegung des Schachtes mit (v. li.) Abwasser, Vorlauf/Rücklauf Heizung, Trinkwasser warm und Zirkulation Trinkwasser warm, WC-Abluft, Kaltwasser und Elektro entspricht dabei praxisgerecht einem durchschnittlich ausgestatteten Mehrfamilienhaus. Nicht brennbare Rohrleitungen in F90-Leichtbauwänden (> 100 mm) dürfen gemäß der Viega Anwendbarkeitsnachweise einfach mit einer baustellenüblichen Mineralfaserschale, wie Rockwool 800 oder Isover U Protect Pipe Section Alu2, abgeschottet werden. (Bilder: Viega)
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